„Wenn für einen Menschen mit Agoraphobie das Überqueren eines großen Platzes zum heftigsten Abenteuer seines Lebens wird, käme es in einem Buch, das er darüber schreibt, vor allem darauf an zu erfahren: Wie hat er es geschafft, dieses für ihn riesige Abenteuer zu meistern?

Bei solchen Abenteuern sind die Fragen an schreibende Menschen erst einmal: Schaffen sie es, ihren Leser:innen klar zu machen, wie riesig dieses Abenteuer für sie ist – oder war? Ist dem Autor das Thema wichtig genug, um ihm ein ganzes Buch zu widmen? Traut sich die Autorin, davon auszugehen, dass andere Menschen sich genauso von dem Thema mitreißen lassen wollen wie sie? Wohlgemerkt: Abenteuer steht hier eher nicht für den Kampf mit Pavian oder Säbelzahntiger, für Wüstendurchquerungen oder Weltumsegelungen. Die Abenteuer des Schreibens können scheinbar ganz banale Inhalte haben – wenn der Eigensinn der Autorin oder des Autors signalisiert hat: „Das ist mein Thema! Da will ich hin! Davon muss ich erzählen!“

Um das zu erreichen, sind im Schreiben alle Wege erlaubt. Dann kann das Schreiben selbst zum Abenteuer allererster Güte werden. Das Beste ist: Mit Sprache kann es gelingen. Sprache passt sich an, steht jederzeit bereit, um schiefe, krumme, seidig glänzende, schmeichelnde, furchterregende, trügerische, unerwartete, abgründige, verschlagene, mörderische, lichte, verzückte und verzückende, dumpfe, klirrende, vor Lust vibrierende, erschöpfte und erschöpfende Bilder zu schaffen. Und noch viel mehr. Ich glaube: Selbst der beste Mathematiker wird es nicht schaffen, die Zahl aller Möglichkeiten, die Sprache hat, um in Bildern auszudrücken, was geschieht, was gesehen, erlebt, erträumt, befürchtet werden kann, exakt zu berechnen. Und täte er es, wäre er seinerseits vermutlich schon unterwegs zum größten Abenteuer seines Lebens … Dann würde ich mir vor allem eines wünschen: dass er uns davon erzählt.“

Mein derzeitiges Abenteuer

Bis hierhin war der Text ein Auszug aus dem zweiten Band meiner Trilogie des Eigensinns: „Wer schreibt, darf eigensinnig sein“. Da geht es viel um Kreativität, Spielfreude, Wahrnehmungsmuster und die unzählig unterschiedlichen Wege des Eigensinns. Noch immer ist es nicht erschienen, obwohl ich seit Monaten daran arbeite.

Dieses Buchprojekt ist für mich Abenteuer pur. Das merke ich seit Monaten ganz direkt, sozusagen ungeschminkt. Denn ich folge natürlich meinen eigenen Empfehlungen und versuche mich als Selfpublisherin. Dabei nimmt mir diese – für mich diffuse – Hoffnungslosigkeit von Corona immer wieder vollständig den Wind aus den Segeln. Mir fehlen die „echten“ sozialen Kontakte, das „ganz normale“ Gespräch. All das, worüber ich mich und mein Buchprojekt vielleicht wieder in Bahnen lenken könnte, in denen es selbstverständlich wäre, ein Buch über das zu schreiben, was mich zur Zeit am meisten an- und umtreibt. Genau davon handelt die ganze Trilogie. Doch ich kann einfach nicht wie sonst meine Gedanken ganz selbstverständlich in Gesprächen mit anderen Menschen spiegeln, sie fragen, Anregungen und auch Kritik kommunizieren  Und zwar auf ganz selbstverständliche Art. Weil es für mich selbstverständlich IST. Doch weder ein gezieltes Telefonat zu genau diesem Thema, noch gar ein virtuelles Gespräch haben für mich die Selbstverständlichkeit, die ich derzeit so vermisse … Da wird plötzlich so vieles viel schwerer als nötig. Bekommt irgendwie Aufladungen – an Wichtigkeit, Bedeutung, Entscheidungs-Schwere. Und ich weiß viel zu oft einfach nicht, wie ich dem begegnen kann. Wie ersetze ich diese „Schwere“ wieder durch Selbstverständlichkeit, Leichtigkeit?!

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Wo der alte See-Bär mit schweren Winden kämpfte, kämpfe ich derzeit als Erd-Löwin mit den unberechenbaren, so noch nie dagewesenen Wettern einer Pandemie. Ich gestehe: Das ist ein größeres Abenteuer als ich je erwartet hätte … mehr, als sich meine nicht gerade kleine Fantasiefähigkeit jemals ausmalen konnte.

 

In eigener Sache

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Die Trilogie des Eigensinns besteht bislang aus zwei Büchern – die sich ohne Probleme auch wunderbar getrennt voneinander lesen lassen. Macht durchaus Sinn, denn sie bilden zwar eine „Familie“, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte. In „Mein Kompass ist der Eigensinn“ geht es darum, wie wir Eigensinn erkennen, ihn für uns entwickeln können. Aber auch darum, wo er seine Grundlagen hat, welche Vorbilder ich gefunden habe – und wie er uns helfen kann. Als Kompass zum Beispiel. Oder beim Schreiben von (eigenen) Büchern.
In „Wer schreibt, darf eigensinnig sein“ steht eigentlich schon alles Wichtige im Titel: Es geht um die praktische Realisierung des Schreibens mit Eigensinn, um Kreativität, aber auch um Selfpublishing. Da gibt es jede Menge Praxistipps, Übungen und Beispiele. Aber auch die Spiellust – meiner Ansicht nach ein wichtiges Schreib-Instrument – kommt nicht zu kurz. Zum Beispiel mit dem Selbsttest „Welcher Schreibtyp bin ich eigentlich?“ Der zieht sich – augenzwinkernd bis ernst – durch das ganze Buch.
Beide Bücher auf einen Blick – und auch zum Bestellen – im Shop der Autorenwelt hier. Aber natürlich auch überall sonst, wo es Bücher gibt.


 

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